Reaktionen auf die E-Mail Aktion vom 28.03.2009
Reiner Grundmann, 31.03.2009
3 Tage nach der E-Mail Aktion vom
28.03.2009 kann ich schon mal ein erstes Zwischenfazit ziehen.
Einige Kreisvorstände haben sich
über die Art und Weise der E-Mail beschwert. Sie wäre zu „fordernd und verlangend“
geschrieben und auch eine „gefühlte Drohung“ meinerseits ist absolut nicht
beabsichtigt. Sollte sich jemand persönlich angegriffen fühlen, entschuldige
ich mich öffentlich und in aller Form dafür.
Viele Kreise haben gar nicht
reagiert. Ob das positiv oder negativ zu werten ist, kann ich nicht beurteilen.
Vielleicht ist die E-Mail direkt im Papierkorb gelandet, vielleicht hat der
Kreisvorstand die Info an die Vereine des Kreises weitergesandt, vielleicht hat
er auch einfach nicht reagieren wollen.
Etliche Kreise haben positiv
reagiert. Das hat mich natürlich gefreut.
Etliche haben aber auch negativ
reagiert. Aber nicht alle in der gleichen Art und Weise. Über die E-Mail von
Herrn Hans-Ludwig Meyer (Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes)
habe ich mich gefreut. Er ist in der Sache anderer Meinung als wir. Er hat auch
darauf hingewiesen, dass er die Vereine seines Verbandes in seinem Sinn
informieren wird. Er hat seine Antwort an mich aber höflich und zuvorkommend formuliert.
Das war leider bei einigen
anderen Kreisvorständen nicht der Fall. Da wurde zum Teil schon bis ins
persönliche „argumentiert“.
Interessant war auf jeden Fall,
dass sich vereinzelte Funktionäre am Wochenende die Zeit nahmen, um anzurufen
und somit ihre Beschimpfungen verbal weiterzugeben. Ein Anrufer (aus dem Kreis
Oldenburg Land) kam sofort zur Sache: „Sportkamerad, Du tickst doch wohl nicht
richtig!“ Wir kennen uns zwar nicht aus dem Kindergarten, aber im Hinblick
darauf, dass gerade die Winter- auf Sommerzeit umgestellt wurde, ist diese
Aussage vielleicht ganz amüsant. Ein anderer Anrufer aus dem Kreis Hunsrück –
Mosel verhielt sich in seiner Aussage ähnlich.
Ein weiterer Anrufer (vom Bezirk
„Bodensee) sprach immer von „seinen Vereinen“. „Nehmen Sie ja keinen Kontakt zu
meinen Vereinen auf!“ Jetzt gehören also schon die Vereine den
Bezirksvertretern. Das ist interessant.
Dann führte ich ein längeres
Telefonat mit einem hochrangigen DFB-Präsidiumsmitglied. „Ich bin ja auch gegen
den Sonntagspieltag, aber man kann nichts dagegen machen!“ Auf meine mehrmalige
Frage nach „wer ist man?“ gab es jedenfalls keine vernünftige Antwort.
Meine Antwort darauf lautet: „Wir
sind man und wir tun etwas
dagegen!“.
Das ist ein erstes Zwischenfazit
der E-Mailaktion. Am meisten verwundert hat mich bisher, dass es einzelne Kreisvertreter
gibt, die von einer großen Anzahl von Vereinen mit Tausenden von Mitgliedern
gewählt wurden, um diese zu vertreten und die einzige „Argumentation“ von ihnen
ist die Beschimpfung von Andersdenkenden. Das ist schon traurig.
Ich möchte darauf hinweisen, dass
damit nicht die große Mehrheit der Kreisvorstände gemeint ist, sondern einige
wenige Vertreter aus diesen Reihen.
Text der E-Mail an die Vorstände der Fußballkreise Deutschlands
Liebe Funktionäre der Fußballkreise!
Wir, dass sind unterschiedliche Interessengruppen, die alle das
gleiche Ziel verfolgen: Wir wollen keine
Spiele der 1. Fußballbundesliga am Sonntag vor 17.30 Uhr.
Die Gründe dafür, brauchen wir an dieser Stelle nicht zu
diskutieren. Viele Vereine haben schon durch die Spiele um 17.00 Uhr
festgestellt, dass das wirtschaftliche Überleben immer schwieriger wird. Wir
fordern, nein wir verlangen, dass der Sonntagnachmittag frei von Spielen der 1.
Fußballbundesliga und damit zur freien Verfügung weiterhin für die große Anzahl
der Amateurvereine bleibt.
Wir bereiten eine Protestveranstaltung für den 24.04.2009 vor. An
diesem Tag findet der DFB-Bundestag in Düsseldorf statt. Dort soll u.a. über
den neuen Grundlagenvertrag abgestimmt werden, der ja nun mittlerweile, lt.
Pressemitteilung vom 26./27.03.2009, zwischen der DFL und dem DFB ausgehandelt
ist.
Unserer Meinung nach sollten an diesem Bundestag auch
Vereinsvertreter teilnehmen, die kritisch die Verbindung zwischen DFL und DFB
beobachten. Das scheint aber leider nicht der Fall zu sein.
Vorab können Vereinsvertreter der Fußballvereine über die
nachfolgenden Internetseiten zusätzliche Informationen erhalten und
gleichzeitig Ihre Unterstützung für den „freien
Sonntagnachmittag“ bekunden, z.B. beim „Macht mit!“ Vereinseintrag auf
„Sonntag-nicht-vor-1730“.
Diese
Informationen müssen die Vereine auch erreichen!
Sie als Kreisfunktionäre sind von den Vereinen gewählt worden, um
deren Interessen zu vertreten. Es geht uns also nicht ursächlich darum, dass
uns die Kreisvorstände unterstützen, sondern dass sie ihre Vereine informieren
und denen selbst die Entscheidung überlassen, ob diese uns unterstützen oder
nicht.
Wir erwarten deshalb, dass die Kreise diese Information auch an die
Vereine weitergeben! Wir werden jeweils einige Vereine aus jedem Fußballkreis
anrufen, um festzustellen, ob Sie ihrer Informationspflicht nachgekommen sind.
Ist das nicht der Fall, werden wir die Vereine gezielt anschreiben
und zwar mit dem Hinweis darauf, wie sie (die Vereine) von ihren jeweiligen
Kreisvorständen informiert werden.
Außerdem werden wir diese E-Mail auf den oben genannten
Internetseiten zum nachlesen abstellen.
Wir haben uns die Mühe gemacht und die E-Mail Adressen fast aller
Fußballkreise Deutschlands zu ermitteln. Einige wenige fehlen, diese werden wir
versuchen, über die jeweiligen Verbände zu erreichen. Es wird uns also auch
wenig Mühe bereiten, die Telefon-Nr. unterschiedlicher Vereine zu ermitteln.
Des Weiteren werden wir die Abgeordneten der Sportausschüsse des
Bundes und aller Landtage anschreiben und um Unterstützung bitten. Die Hinweise
werden auch dort mittlerweile sehr ernst genommen.
Bitte, denken Sie an Ihre Informationspflicht und leiten diese
E-Mail an Ihre Vereine weiter.
Viele Grüße aus Gelsenkirchen
Reiner Grundmann
gefunden auf "sueddeutsche.de"
27.03.2009 Kommentar von Reiner Grundmann:
Bundesliga am Sonntag macht Amateuren das Leben
schwer – DFB lässt DFL freie Hand
Die Verantwortlichen des
deutschen Fußballs stellen die Weichen für eine „erfolgreiche Zukunft“, um
einen neuen Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL auszuhandeln, der den Amateurvereinen
den Kampf ansagt. Das bestätigt DFB-Präsident Theo Zwanziger, der dem Ligapräsidenten
Reinhard Rauball bei der Gestaltung des Spielplans freie Hand lässt – statt
diejenigen zu schützen, die er vertritt. Denn Leidtragende der Einigung, die am
24. April am DFB-Bundestag verabschiedet werden soll, sind die Amateurvereine:
Ab der neuen Saison wird die Sonntagsklausel entfallen, die bislang vorgibt,
dass sonntags vor 17.30 Uhr möglichst keine Bundesliga-Spiele stattzufinden
haben. Für wen wird es eine erfolgreiche Zukunft?
„Es gibt keine bessere Lösung,
sie ist alternativlos“, behauptet Theo Zwanziger und versucht allen Ernstes,
die neue Regel als Dienst an den Amateurvereinen zu verkaufen: „Fünf statt
bisher sieben Spiele der 1. und 2. Bundesliga am Sonntag sind eine Reduzierung.
Das ist eine freiwillige Leistung der Liga.“ Hat Theo Zwanziger es eigentlich
immer noch nicht verstanden, worum es uns geht? Wenn nur ein Bundesligaspiel
stattfände, würden wir dagegen protestieren. Noch einmal ganz deutlich: es geht
nicht um die Anzahl der Spiele, es geht um den Zeitpunkt 15.30 Uhr.
Die Kritik am DFB, die sich im
Amateurlager sammelt, weist Zwanziger zurück: „Wenn man wegen eines
15.30-Uhr-Spiels sagt, das ist der Tod des Amateurfußballs, ist das deutlich
überzogen. Wer von mir verlangt, dass ich die Einheit des Fußballs kaputt
mache, um eine kurzfristige Liebeserklärung von dem einen oder anderen
Vereinsvertreter zu bekommen, der irrt.“ Dem einen oder anderen
Vereinsvertreter?! Ob sich Zwanziger da mal nicht verzählt? Und von welcher
Einheit des Fußballs spricht er? Diese Frage lässt sich einfach beantworten,
wenn man den letzten Absatz dieser Pressemeldung gelesen hat.
Seiteninformationen
Zuletzt geändert am 04.04.09 durch
Reiner Grundmann
. Erstellt am 23.03.09 durch
Reiner Grundmann
.
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